Bundesgeschäftsstelle Energiegenossenschaften

Die 860 beim Deutschen Genossenschafts- und Raiffeisenverband e. V. organisierten Energiegenossenschaften leisten einen wichtigen Beitrag, die Akzeptanz und die Motivation für die Energiewende in breiten Teilen der Gesellschaft zu steigern. Über 160.000 Menschen engagieren sich in genossenschaftlichen Erneuerbare-Energien-Projekten, von der Energieproduktion und -versorgung, über den (Wärme-)Netzbetrieb bis hin zur Vermarktung.

Die Bundesgeschäftsstelle Energiegenossenschaften ist in Berlin zentraler Ansprechpartner für die Bundespolitik, aber auch für Behörden, Verbände und die Öffentlichkeit. Hauptaufgabe der Bundesgeschäftsstelle ist es, den Energiegenossenschaften eine Stimme in der bundespolitischen Debatte um die Energiewende zu geben.

Die Bundesgeschäftsstelle Energiegenossenschaften wird vom DGRV gemeinsam mit dem Baden-Württembergischen Genossenschaftsverband e.V., dem Genossenschaftsverband e.V., dem Genossenschaftsverband Bayern e.V., dem Genossenschaftsverband Weser-Ems e.V. und dem Rheinisch-Westfälischen Genossenschaftsverband e.V. getragen.

         
 

 

Sie erreichen die Bundesgeschäftsstelle unter energie(at)dgrv.de.

Vorschlag zur Akteursvielfalt: Listenverfahren für Bürgerenergie bei Ökostrom-Ausschreibungen

Berlin, 9. März 2016

Die Energie-Genossenschaft Greenpeace Energy eG und die Bundesgeschäftsstelle Energiegenossenschaften beim DGRV - Deutscher Genossenschafts- und Raiffeisenverband e.V. haben heute einen Vorschlag für ein Verfahren veröffentlicht, das die Zukunft von Bürgerwindparks sichern soll. Danach könnten kleine, lokale Akteure mit ihren Windenergieprojekten erfolgreich an den umstrittenen Ausschreibungen teilnehmen, die das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) ab 2017 vorschreibt.

Gegenüber großen Unternehmen haben Bürgerenergie-Akteure den Nachteil, dass sie die Kosten und Risiken einer Ausschreibung nicht über viele Projekte streuen können. Um sich an der EEG-Ausschreibung für einen Windpark zu beteiligen, müssen schon in der Projektentwicklung oft sechsstellige Summen investiert werden. Wenn man dann keinen Zuschlag erhält, sind diese Investitionen verloren. Für Bürgerenergie-Akteure kann dieses Risiko die wirtschaftliche Existenz gefährden.

Das „Listenverfahren“ sieht vor, dass Bürgerenergie-Akteure nicht direkt an den umstrittenen Auktionen zur Ermittlung der EEG-Förderhöhe teilnehmen. Vielmehr soll die wettbewerblich ermittelte EEG-Vergütung aus einer Ausschreibungsrunde im Nachhinein auf das Bürgerwindprojekt übertragen werden. Interessierte Akteure werden von der Bundesnetzagentur auf einer entsprechenden Liste vermerkt. Sofern die Bürgerenergie-Gesellschaft ihren Windpark innerhalb bestimmter Fristen realisiert, erhält sie mit der Inbetriebnahme die gesicherte Vergütung.

Mit dem Listenverfahren könnten kleine Akteure somit schon in einer frühen Phase der Projektentwicklung mit einem konkreten Preis kalkulieren. Ein praktischer Weg also, die Akteursvielfalt im wettbewerblichen Ausschreibungsverfahren zu erhalten.

Informationen zum Listenverfahren finden Sie hier.