Wir sind „Ein Gewinn für Deutschland“

Die mehr als 7.500 Genossenschaften und genossenschaftlichen Unternehmen in Deutschland sind ein wichtiger Bestandteil der mittelständischen Wirtschaft. Sie wirtschaften mit langfristiger Perspektive, fördern ihre Mitglieder und sind in der Region verankert. Stabilität und Verantwortung zeichnen Genossenschaften aus.

Aus all diesen Gründen ist jede einzelne Genossenschaft „Ein Gewinn für Deutschland“. An dieser Stelle haben die Genossenschaften die Gelegenheit, der Öffentlichkeit zu präsentieren, was sie auszeichnet und sie zu einem ganz besonderen „Gewinn für Deutschland“ macht. 

Beratergenossenschaft Erfahrene Experten eG, Stuttgart

Erfahrung zählt - Eine neue Genossenschaft von Unternehmensberatern berät mittelständische Unternehmen. Sie legt dabei sehr viel Wert auf die Erfahrungen ihrer Mitglieder.

 „Wir haben einige Zeit benötigt, bevor wir mit unserer Genossenschaft eine marktfähige Struktur gefunden haben", sagt H.-Peter Kelm, Vorstand der „Beratergenossenschaft Erfahrene Experten eG". Vor etwa zehn Jahren machte sich Kelm als Unternehmensberater selbstständig. Der Diplom-Ökonom war zuvor viele Jahre in leitenden Positionen mittelständischer Unternehmen tätig. Von Anfang an versuchte er, den strategischen Größennachteil des Freiberuflers durch ein Beraternetzwerk auszugleichen.

Seine Idee: „Im Großraum Stuttgart gibt es 1.671 Einzelkämpfer. Da muss sich doch eine Gruppe finden lassen, in der man vertrauensvoll zusammenarbeiten kann", so Kelm. Daraufhin initiierte er den Verein „Verbund beratender Unternehmer e.V." Doch diese ideelle Organisation hatte eine wesentliche Schwachstelle: Man kann mit dieser Struktur nicht gemeinsam wirtschaften. Das ist nun in der Genossenschaft möglich. Hier können Beratungsaufträge von und mit den Mitgliedern bearbeitet werden.

Kooperation und Selbstständigkeit
In der Genossenschaft arbeiten deutschlandweit tätige Unternehmensberater zusammen. Jeder Berater ist aber weiterhin selbstständig. Das bringt für das Beratungsgeschäft einige Vorteile: Zum einen ist man durch die schlanke Organisationsstruktur sehr flexibel, zum anderen hat man einen Kostenvorteil gegenüber großen Beratungsgesellschaften. Und man kommt gemeinsam auch an neue Aufträge.

Wenn ein Berater einen Auftrag in Aussicht hat, bei dem er fachliche Unterstützung benötigt, kann er nun auf einen Pool an Experten mit verschiedenen Qualifikationen zurückgreifen. Die einfache Formel: „Man ergänzt sich mit Spezialwissen". Außerdem kommt man auch an Aufträge, die die eigenen Kapazitäten übersteigen würden. Wenn ein Berater krankheitsbedingt ausfällt, kann der Kunde sicher sein, dass eine Vertretung gewährleistet ist.

Von der ersten Idee bis zur Gründung der Genossenschaft dauerte es etwa zwei Jahre. Die Initiatoren suchten die richtige Struktur, die geeignete Rechtsform und kompetente und engagierte Mitstreiter. „Wir wollten nicht einfach gründen und dann mal sehen, wer so alles mitmacht. Wir haben die Gruppe vorab zusammengestellt", erläutert Kelm. Über das soziale Netzwerk Xing wurden etwa 200 Personen angeschrieben, die für das Projekt infrage kamen. Nach einer Präsentationsveranstaltung waren schließlich 13 Berater von der Genossenschaftsidee begeistert. Im Februar 2013 wurde die Genossenschaft eingetragen.

Die Rechtsform der Genossenschaft wurde gewählt, weil eine verbindliche und gleichberechtigte Struktur für eine große Personengruppe gesucht wurde. Der Ein- und Austritt sollte möglichst unkompliziert und ohne Formalitäten wie Notartermine möglich sein. Ein Geschäftsanteil kostet 300 Euro, die Jahresgebühr für die Genossenschaft beträgt 600 Euro. Mit diesem Betrag wird die Infrastruktur wie Internetseiten und interne Kommunikationstools finanziert. Jedes Mitglied erhält zudem eine vollständige Geschäftsausstattung der Genossenschaft. Der Vorstand ist ehrenamtlich tätig.

Erfahrung als Markenkern
Erfahrung ist der Markenkern des Unternehmens. Die Mitglieder der Beratergenossenschaft sind ehemalige Entscheidungsträger von Unternehmen. Sie bringen ihr reiches Erfahrungs- und Methodenwissen in die Dienstleistungen ein. „Da bei uns die Beratungsqualität ganz oben steht, haben wir bestimmte Aufnahmekriterien. Bei uns kommen die Berater nicht direkt von der Uni, sondern sie haben in Wirtschaft und Industrie verantwortungsvolle Positionen innegehabt", erläutert Kelm. Damit stellt man sicher, dass die Berater auf Augenhöhe mit Geschäftsführern und Vorständen verhandeln und keine Experimente gemacht werden.
Die Kompetenzfelder der Genossenschaft umfassen sämtliche betriebswirtschaftlichen Themen: von strategischen und finanzwirtschaftlichen Fragen über arbeitsorganisatorische und personalpolitische Themen oder Aspekte des Controllings und Rechnungswesens bis hin zu Spezialthemen wie Arbeitsschutz, Qualitätsmanagement oder Sanierungsberatung. Ein Schwerpunkt sind Gründungsberatung und Unternehmensnachfolge. Auf bestimmte Wirtschaftszweige oder Branchen ist man nicht festgelegt.

Für die kompetente Beratung werden in der Genossenschaft Spezialisten gebündelt, die jeweils nur zwei bis drei Themen besetzen. Kelm beispielweise konzentriert sich auf die Bereiche Strategie und Finanzen. Mit dem jeweiligen Fokus bringen sich die Mitglieder in die Projekte ein. Das ist die Philosophie des Ganzen: Nicht „der Berater kann alles selbst", sondern „zusammen sind wir kompetent". Da jeder genau weiß, wovon er spricht, kommt dieser Ansatz auch gut bei den Kunden an.
Ein Selbstläufer ist die Kooperation allerdings nicht. In der neuen Struktur mussten Akzeptanz und wechselseitiges Vertrauen erst einmal entstehen. „Je mehr man sich selbst einbringt, desto mehr lernt man sich gegenseitig kennen. Diese Erkenntnis muss aber erst reifen", so Kelm.

Auch interne organisatorische Abläufe mussten gefunden werden. Nicht immer kann man darauf Rücksicht nehmen, dass auch alle Mitglieder in den Arbeitssitzungen präsent sind. Auch die Frage, ob ein Auftrag bei der Genossenschaft oder beim Mitglied erfasst wird, musste geklärt werden.

In einem nächsten Schritt soll der Bekanntheitsgrad der Genossenschaft weiter erhöht werden. Hier soll wieder der Vernetzungsgedanke zum Erfolg führen. Für Kundenveranstaltungen von Industrie- und Handelskammern, Banken oder Sparkassen hat die Genossenschaft ein Vortragsangebot zusammengestellt. Die Mitglieder bieten zu verschiedenen Themen kostenlos Impulsvorträge an. Kelm: „Wir möchten uns im Mittelstand präsentieren und unsere Kompetenzvielfalt zeigen." Für das Vortragsangebot wurde eigens eine Broschüre entwickelt.
Das Beratungsangebot der Genossenschaft wird derzeit durch eine eigene Akademie erweitert. Zukünftig sollen von den Beratern verstärkt Inhouse-Seminare zu den Beratungsschwerpunkten angeboten werden. Für die Zukunft sieht Kelm ein großes Potenzial, denn im deutschsprachigen Raum hat die Beratergenossenschaft eine Alleinstellung. Nun komme es aber darauf an, die „Beratergenossenschaft Erfahrene Experten eG" als Markenzeichen zu etablieren.

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Bildquelle: Beratergenossenschaft Erfahrene Experten eG