Wir sind „Ein Gewinn für Deutschland“

Die mehr als 7.500 Genossenschaften und genossenschaftlichen Unternehmen in Deutschland sind ein wichtiger Bestandteil der mittelständischen Wirtschaft. Sie wirtschaften mit langfristiger Perspektive, fördern ihre Mitglieder und sind in der Region verankert. Stabilität und Verantwortung zeichnen Genossenschaften aus.

Aus all diesen Gründen ist jede einzelne Genossenschaft „Ein Gewinn für Deutschland“. An dieser Stelle haben die Genossenschaften die Gelegenheit, der Öffentlichkeit zu präsentieren, was sie auszeichnet und sie zu einem ganz besonderen „Gewinn für Deutschland“ macht. 

Dentagen Wirtschaftsverbund eG, Waltrop

Zahnersatz wird in Deutschland zumeist in Dentallaboren angefertigt, bei denen der Zahntechniker direkt mit Zahnarzt und Patient in Kontakt steht. Doch immer häufiger treten überregionale Konkurrenten vor Ort auf. Eine Dienstleistungsgenossenschaft fördert kleine Dentallabore im Wettbewerb und sorgt damit für guten Zahnersatz.

„Kooperationen sind für uns sehr wichtig, da die Zahntechniker zunehmend im Preiswettbewerb stehen. Wir bieten über unsere Genossenschaft vielfältige Dienstleistungen an, um Kosten in den Laboren einzusparen und die Kundenbindung zu fördern“, sagt Karin Schulz, Vorstandsvorsitzende der Dentagen Wirtschaftsverbund eG. Gegründet wurde Dentagen im Frühjahr 2001. Heute ist die Genossenschaft der größte Dienstleistungs- und Einkaufsverbund im zahntechnischen Markt.

Mehr als 900 kleine und mittlere Zahntechnikerlabore nutzen bundesweit die Vorteile der Zusammenarbeit. „Große Betriebe haben Mitarbeiter, die sich um Themen wie Marketing, Kundenbindung oder strategische Ausrichtung des Unternehmens kümmern. Bei unseren Mitgliedern sind die Chefs zumeist selbst noch als Zahntechniker tätig, sodass für diese Themen kaum Zeit bleibt“, erklärt Schulz den Wettbewerbsnachteil kleiner Betriebe. Im Durchschnitt haben die Dentagen-Mitglieder sechs Mitarbeiter, große Konkurrenten hingegen bis zu 150 Kollegen.

Größenvorteile beim Einkauf
Ein Fokus der Dentagen liegt auf Größenvorteilen durch gemeinschaftlichen Einkauf. Mit verschiedenen Vertragspartnern in der Dentalbranche sind günstige Einkaufskonditionen vereinbart worden. Das Angebot reicht aber weit über diese Partnerunternehmen aus Industrie und Handel hinaus, auch bei Versicherungen, Telekommunikationsdienstleistungen oder der Abfallentsorgung kann gespart werden. Über allem steht: Es gibt keinen Kauf- oder Leistungszwang. Die Mitglieder entscheiden selbst, welche Dienstleistungen des Dentagen-Vorteilsprogramms sie nutzen wollen. Für einen Beitrag von 25 Euro im Monat kann das Leistungsspektrum genutzt werden.

Ein zusätzlicher Vorteil: Wenn über die Genossenschaft bei den Vertragspartnern eingekauft wird, übernimmt die Dentagen die Zentralregulierung und das Delkredere. Das entlastet die Labore von lästigen Verwaltungsaufgaben und gibt den Lieferanten Sicherheit. Alle über das Dentagen-Konto getätigten Umsätze werden mit einer Monatsrechnung im Folgemonat beglichen. Durch die Zentralregulierung profitieren die Mitglieder außerdem von einem verlängerten Zahlungsziel, diversen Boni und der Warenrückvergütung. Über einen Vertragspartner kann zudem ein Factoring zwischen Labor und Zahnarztpraxis vereinbart werden.

Damit wird die gesamte Abrechnung von den Betrieben ausgelagert. Die Dentagen bietet ihren Mitgliedern außerdem eine kostenlose Hotline zur Rechts- und Steuerberatung an und führt diverse Schulungen durch. Auf überregionalen Veranstaltungen werden wichtige Kontakte zu Kollegen und Ansprechpartnern von Industrie und Handel geknüpft. Beratende Unterstützung erhalten die Mitglieder zudem in vielen betriebswirtschaftlichen Bereichen. Dabei wird mit mehreren Unternehmensberatungen zusammengearbeitet.

Außerdem wurde ein Arbeitskreis „Betriebswirtschaft“ eingerichtet, um den Austausch untereinander zu fördern. Thematisiert werden Fragen wie optimale Laborgröße, Materialeinsatz, Personalstruktur oder die Unternehmensnachfolge. „Wir arbeiten an einem  anonymisierten Betriebsvergleich, damit die Betriebe wissen, wo sie im Wettbewerb stehen. Für diesen Branchenvergleich haben wir einen eigenen Kontenrahmen entwickelt“, erläutert Schulz.

Auch für das Marketing der Mitgliedsunternehmen werden unterstützende Leistungen und attraktive Partnerangebote vermittelt. Ein Beispiel ist die Technikwelt Denta+, ein Informationsangebot, das direkt mit der Internetseite des Labors verknüpft wird. Dieses Informationstool wird auch den Zahnärzten zur Verfügung gestellt, so dass sich die Patienten leicht verständlich über verschiedene Bereiche der Dentaltechnik informieren können. Abgerundet wird das Dienstleistungsangebot durch regelmäßige Rundschreiben, ein umfassendes Internetangebot und die Mitgliederzeitschrift „Dentagen INFO“.

Digitalisierung des Zahntechnikerhandwerks
„Das Zahntechnikerhandwerk hat sich in den vergangenen Jahren erheblich verändert. Computer und automatisierte Prozesse verändern zunehmend das Berufsbild“, sagt Schulz. Verschiedene CAD/CAM-Systeme sind im Einsatz, mit denen der Zahnersatz nach der Aufnahme am Bildschirm konstruiert und anschließend an computergesteuerten Maschinen gefräst wird. Um die Dentagen-Mitglieder an der CAD/CAM-Entwicklung teilhaben zu lassen, wurde auch zu diesem Thema ein eigener Arbeitskreis eingerichtet. Die Mitglieder tauschen sich hier über ihre Erfahrungen mit den verschiedenen Systemen aus oder informieren sich bei Partnerunternehmen über die neuesten Entwicklungen.

Ein anderes Thema ist Funktionsdiagnostik. Hier geht es um das komplexe Zusammenspiel von Muskeln, Kiefer und Gelenken, insbesondere, wenn Zahnersatz in das sensible Kauorgan eingefügt werden soll. Ein Austausch über die technischen Verfahren – von der Aufnahme bis zur Produktion – erfolgt hier im Arbeitskreis Funktionslehre.

Die direkteste Form der Selbsthilfe in der Dentagen ist die technische Kooperation der Mitglieder. Durch das gegenseitige Bereitstellen von Geräten können sie ihren Kunden mehr Technik anbieten, als im eigenen Labor zur Verfügung steht. Im passwortgeschützten Mitgliederbereich der Internetseite können die eigenen Leistungen eingestellt und Kontakte für spezielle Herstellungsverfahren abgerufen werden.

Ganz groß geschrieben wird das Thema Kundenbindung. Wie entsteht für die Zahnärzte ein Mehrwert, wenn sie mit Dentagen-Laboren zusammenarbeiten? Dabei gibt es verschiedene Ansätze. So können auch die Zahnärzte Kostenvorteile in Anspruch nehmen. Das Dentagen-eigene Depot Dentageno-Logistik bietet ihnen die gleichen vorteilhaften Konditionen wie den Mitgliedern. Zudem werden Weiterbildungsmaßnahmen angeboten, die auch für die Zahnärzte wichtig sind. So wird etwa im Rahmen des Zertifizierungslehrgangs „Fachlabor für Implantatprothetik“ eine Live-OP durchgeführt, die die Mitglieder mit ihren Zahnärzten besuchen können. Durch die gemeinsam gewonnenen Erfahrungen können Missverständnisse in Behandlungsfällen vermieden werden. Zudem lassen sich Labore mit ihren Abläufen zertifizieren, damit die Zahnärzte eine geprüfte Qualität bei ihren Zulieferern sicherstellen können. Die Matrix-Zertifizierung wird den Dentagen-Mitgliedern wiederum kostengünstig bereitgestellt.

Für die Zukunft sieht Schulz vor allem einen Fachkräftemangel auf die Branche zukommen: „Mein Wunsch ist es deshalb, ein Curriculum zu entwickeln, mit dem Quereinsteiger auf den Beruf des Zahntechnikers umgeschult werden können. Wir benötigen zudem umfassende Weiterbildungsprogramme, damit die Zahntechniker für die fortschreitende Digitalisierung gut gerüstet sind“.

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