Energiegenossenschaft startet Beteiligung an Windrädern

3. April 2019

Ehe ein Windpark steht, kann es Jahre dauern. Zunächst müssen die Eignung des Standortes anhand von Windmessungen und bestehender Flächennutzungs- oder Bebauungspläne überprüft werden. Dann müssen naturschutzfachliche Gutachten eingeholt und das Anlagenzulassungsverfahren nach Bundes-Immissionsschutzgesetz vollzogen werden. Die Fläche selbst muss auch durch Kauf oder Pacht gesichert werden. So kann sich ein Genehmigungsverfahren mehrere Jahre hinziehen. Gerade bei der Beteiligung von Energiegenossenschaften an Windparks kann der Zeitraum zwischen Information zur Möglichkeit der Beteiligung und dem Start entsprechend groß sein. Umso erfreulicher ist es, wenn die Mitglieder der Energiegenossenschaft dann endlich Anteile zeichnen können. Beim Bürgerwindpark im niedersächsischen Cappeln können jetzt Anteile gezeichnet werden. Die ersten Überlegungen zur Beteiligung liegen allerdings schon Jahre zurück. 2012 wurden die ersten Informationen im Rat verlautbart und 2014 eine Bürgerversammlung abgehalten. Während der Planungsphase reduzierte sich die Zahl der Windräder noch einmal. Doch auch mit den nun drei umgesetzten Windrädern können bis zu 7.000 Haushalte mit sauberem Windstrom versorgt werden. Der Windpark vermeidet damit jährlich Emissionen von 16.500 Tonnen CO2. Die Energiegenossenschaft Bürger Energie Cappeln eG wurde 2018 gegründet. Nun will die Energiegenossenschaft 50,1 Prozent des Windparks für 1,8 Millionen Euro übernehmen. Die Beteiligung an der Energiegenossenschaft wird ausschließlich Bürgern der Gemeinde Cappeln ermöglicht, die bereits am 31.12.2015 ihren Erstwohnsitz in der Gemeinde Cappeln hatten und bis heute haben.Neben der möglichen Ausschüttungen für die Mitglieder der Energiegenossenschaft fallen auch Gewerbesteuern von etwa 900.000 Euro über einen Zeitraum von 20 Jahren an. Damit sorgt der Windpark für Klimaschutz und kommunale Wertschöpfung gleichermaßen.