Energiegenossenschaften schließen sich zusammen

24. Januar 2019

Aufgrund komplexerer Geschäftsmodelle und fehlender Projekte steht manche Energiegenossenschaft vor der Frage, wie sie sich vergrößern und professionalisieren kann. Manchmal kann ein Zusammenschluss mit einer anderen Energiegenossenschaft eine sinnvolle Lösung sein. Zu diesem Schluss sind die Energiegenossenschaften BürgerEnergieRheinMain eG und Ried eG (EGR) gekommen. Bereits 2018 trafen sich Vertreter der Energiegenossenschaften zum gemeinsamen Austausch. Mit dem Zusammenschluss soll nicht nur eine verstärkte Professionalisierung, sondern auch ein größerer Kundenpool und mehr Kapital zur Verfügung stehen. Damit sollen auch größere Projekte wie Nahwärmenetze umgesetzt werden.

Die große Herausforderung des Zusammenschlusses lag nun in der Frage, wie der Zusammenschluss praktisch funktionieren sollte. Intensive Beratungen zwischen den Aufsichtsräten und Vorständen der beiden Genossenschaften hatten zum Ergebnis, den Zusammenschluss nicht als Fusion durchzuführen, da dies mit hohen Kosten verbunden sein würde. Man entschied sich für einen kostengünstigeren Weg. Gemeinsam mit Experten des Genossenschaftsverbandes wurde in Übereinstimmung mit dem Genossenschaftsgesetz folgender Weg gewählt: Die EGR wird aufgelöst und die Genossenschaft nach dem Zusammenschluss den Namen BürgerEnergieRheinMain eG (BERMeG) führen, deren Sitz in Mörfelden-Walldorf verbleibt. Dazu, diesen Namen beizubehalten, entschloss man sich vor allem, weil der Begriff „RheinMain“ auch das Ried räumlich umfasst. Die von der EGR betriebenen Anlagen werden von der BERMeG zum Buchwert käuflich erworben. Den Mitgliedern der EGR stehen mit den ihnen bei Liquidation der EGR ausgezahlten Geschäftsguthaben die finanziellen Mittel für den zum Beitritt zur BERMeG erforderlichen Erwerb von Geschäftsanteilen zur Verfügung.

Die EGR hatte bereits bei ihrer außerordentlichen Generalversammlung am 3. Dezember 2018 die erste Voraussetzung für diesen Weg geschaffen. Der Beschluss zur Auflösung wurde mit großer Mehrheit gefasst. Darüber hinaus mussten in der Satzung der BERMeG in einigen Abschnitten Änderungen vorgenommen werden. Diese wurden notwendig, um den Mitgliedern der EGR den problemlosen Übergang in die BERMeG mit ihrer anders gearteten Struktur in Bezug auf die finanzielle Beteiligung ihrer Mitglieder zu ermöglichen. Die von Vorstand und Aufsichtsrat vorgeschlagenen Satzungsänderungen wurden von der Generalversammlung mit einer Mehrheit von 98,4 Prozent der abgegebenen Stimmen beschlossen.

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