Wir sind „Ein Gewinn für Deutschland“

Die mehr als 7.500 Genossenschaften und genossenschaftlichen Unternehmen in Deutschland sind ein wichtiger Bestandteil der mittelständischen Wirtschaft. Sie wirtschaften mit langfristiger Perspektive, fördern ihre Mitglieder und sind in der Region verankert. Stabilität und Verantwortung zeichnen Genossenschaften aus.

Aus all diesen Gründen ist jede einzelne Genossenschaft „Ein Gewinn für Deutschland“. An dieser Stelle haben die Genossenschaften die Gelegenheit, der Öffentlichkeit zu präsentieren, was sie auszeichnet und sie zu einem ganz besonderen „Gewinn für Deutschland“ macht. 

Gedrechselte Weihnachtsstimmung

Genossenschaft aus dem Erzgebirge produziert berühmte weihnachtliche Holzkunst

Nussknacker, Räuchermännchen oder Holzpyramiden gehören für viele zur Weihnacht wie ein geschmückter Tannenbaum: Während viele Blaufichten, Nordmänner und Edeltannen aus dem Sauerland kommen, ist das Erzgebirge die Heimat der gedrechselten Weihnachtsdeko. Hauptstadt der weihnachtlichen Holzkunst ist die sächsische Kleinstadt Seiffen. Vor über 100 Jahren haben sich hier einzelne Handwerker zur Genossenschaft der Drechsler, Bildhauer, Holz- und Spielwarenhersteller – kurz DREGENO eG – zusammengeschlossen.

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Heute ist die Genossenschaft mit rund 130 Mitgliedsunternehmen die größte Vertriebsplattform für erzgebirgisches Kunsthandwerk. Die DREGENO beliefert den überregionalen Groß- und Einzelhandel, betreibt einen Online-Shop und verkauft die Waren auch direkt vor Ort an die Weihnachtstouristen in Seiffen. Letzteres ist aufgrund der Covid 19-Pandemie in diesem Jahr leider deutlich eingeschränkt. 

(Foto: Rümmler Fotografie)

Not macht erfinderisch
Die Geschichte der Holzspielzeugherstellung im Erzgebirge hat eine lange Tradition. Die wirtschaftliche Entwicklung war – wie der Name bereits nahelegt – eng mit dem Abbau von Edelmetallen verknüpft. Im 18. Jahrhundert kam der Erzbergbau allerdings zum Erliegen. Die Menschen, die zuvor ein gutes Auskommen im Bergbau fanden, mussten sich nach Alternativen umsehen. Die nicht besonders ertragreichen Böden und die langen und harten Winter erschwerten die landwirtschaftliche Produktion. So versuchten sich die Menschen an handwerklichen Künsten wie Spitzenklöppelei oder der Fertigung von Holzspielzeug. Aus dieser Nebenerwerbsquelle entwickelte sich die heute so berühmte weihnachtliche Holzkunst.

Anfangs wurde die Holzkunst in Heimarbeit hergestellt. Die Verdienste waren jedoch sehr gering, da man zwar das handwerkliche Geschick mitbrachte, nicht aber das unternehmerische Know-how. Außerdem fehlte es an der für den Vertrieb und Handel notwendigen Infrastruktur. Aus diesem Grund gründeten Kunsthandwerker im Jahr 1919 die DREGENO. Gemeinsam professionalisierte man den Vertrieb und eröffnete damit auch neue Märkte. So konnten die Handwerksfamilien ein regelmäßiges Einkommen erwirtschaften.

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Juliane Kröner, Geschäftsführender Vorstand, präsentiert den virtuellen Weihnachtsmarkt (Foto: Nico Schimmelpfennig)

Für die ganzjährige Produktion und gleichmäßige Auslastung war der Aufbau von Lagerkapazitäten entscheidend. Die Belieferung größerer Kunden oder die flexible Reaktion auf Kundenwünsche setzt ebenfalls ein gut gefülltes Depot voraus. Heute lagern über 10.000 Produkte im Wert von 1,5 Millionen Euro auf 2.000 Quadratmetern Lagerfläche der DREGENO. Größer ist niemand.

Die genossenschaftliche Kooperation ist auch aus einem anderen Grund hilfreich. Weihnachtliche Holzkunst ist ein Nischenprodukt, welches einen entsprechend großen Markt benötigt, um erfolgreich zu sein. Die Nachfrage in einem kleinen und regionalen Markt ist schnell gedeckt. Außerdem kaufen die Menschen nicht jedes Jahr eine neue Weihnachtsdekoration wie größere Pyramiden oder Schwibbögen, die teilweise über Generationen weitervererbt werden. Der Zugang zu neuen Kunden und Märkten ist deshalb eine permanente Aufgabe

Herausforderungen meistern
Die lange Geschichte der DREGENO belegt, dass die Genossenschaft die vielen historischen Einschnitte und Veränderungen gut bewältig hat. Im Laufe der Zeit wurden immer wieder neue Produkte entwickelt und andere Produktionslinien aufgegeben. In den Fünfziger Jahren stellte die DREGENO etwa Modelleisenbahnen her. Noch heute bei Sammlern beliebt sind die „Nasenmännel“. Die Handwerker mussten und müssen stetig neue Techniken lernen. Heute heißen die Herausforderungen Digitalisierung und demografischer Wandel. Die DREGENO betreibt eigene Ausbildungsstätten, um das handwerkliche Wissen weiterzugeben, junge Leute für das Handwerk zu begeistern und digitale Vertriebswege zu entwickeln.

Den Online-Shop der DREGENO finden Sie unter www.dregeno.de. Zum 100. Jubiläum der Genossenschaft ist auch ein Buch erschienen, welches einen guten Einblick in die Geschichte der DREGENO eG ermöglicht. Dieses kann auf der Internetplattform der Genossenschaft bestellt werden.