Ein Gewinn für Deutschland!

Die Vereinten Nationen haben 2012 zum Internationalen Jahr der Genossenschaften ausgerufen, um auf die weltweite Bedeutung von Genossenschaften aufmerksam zu machen und ihre Rolle für die wirtschaftliche und soziale Entwicklung hervorzuheben.Auch bedeutende Persönlichkeiten aus Politik und Gesellschaft freuen sich über diese Entscheidung und unterstützen die deutsche Kampagne zum Genossenschaftsjahr.

Grußwort von Ilse Aigner, Bundesministerin für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz

„Genossenschaften zeigen der internationalen Gemeinschaft, dass Wirtschaftlichkeit und soziale Verantwortung miteinander verbunden werden können.“
Mit diesen Worten hat der Generalsekretär der Vereinten Nationen, Ban-Ki Moon, die Entscheidung der Staatengemeinschaft begründet, 2012 als Internationales Jahr der Genossenschaften auszurufen.
Diese Entscheidung begrüße ich sehr, denn die Staatengemeinschaft steht vor großen Herausforderungen: Die Weltbevölkerung wächst stetig, steigende Einkommen führen vor allem in den Schwellenländern zu veränderten Ernährungsgewohnheiten und lassen die Nachfrage nach Nahrungsgütern enorm ansteigen. Dem zunehmenden Flächenbedarf steht eine begrenzte landwirtschaftlich nutzbare Fläche gegenüber. Zugleich wollen wir den Hunger in der Welt bekämpfen. Hierzu sind Investitionen in eine nachhaltige Landwirtschaft sowie Forschung und Technik wichtig. Darüber hinaus sind in vielen Regionen der Welt die Bündelung von Kräften vor Ort und eine optimale Zusammenarbeit der Landwirte entscheidend.

Genossenschaften sind eine moderne, effiziente und soziale Form des gemeinsamen Wirtschaftens. Hier können Landwirte ihre Individualität und ihre Vielfalt zu wirtschaftlicher Leistungskraft bündeln. Damit schaffen sie ein gutes Gegengewicht zu hochkonzentrierten Unternehmen.

Auch in Deutschland haben Genossenschaften eine wichtige Funktion. Die deutsche Land- und Ernährungswirtschaft ist mit einer Bruttowertschöpfung von knapp 150 Milliarden Euro und einer Beschäftigtenzahl von fast fünf Millionen Menschen eine bedeutende Branche. Daran haben die Genossenschaften im Bereich der Molkereien, der Schlachtbetriebe oder in der Weinwirtschaft einen erheblichen Anteil – in den neuen Bundesländern auch in der landwirtschaftlichen Produktion.

Auch für unsere ländlichen Räume haben die Genossenschaften eine große Bedeutung. Sie übernehmen unter anderem auch kommunale Aufgaben vor Ort und organisieren die Nahversorgung in ländlichen Regionen. Denken wir nur an die Energiegenossenschaften oder Dorfläden.

Das internationale Jahr der Genossenschaften bietet die Möglichkeit, die große Spanne der wirtschaftlichen Aktivitäten der Genossenschaften einem breiteren Publikum näher zu bringen. Die Ideen Friedrich Wilhelm Raiffeisens und Hermann Schulze-Delitzschs, den Begründern des deutschen Genossenschaftswesens, von Selbsthilfe und Selbstverantwortung sind auch heute noch genauso aktuell, bedeutsam und wegweisend, wie vor 150 Jahren.

Ich freue mich, dass die Vereinten Nationen die Bedeutung dieser Ideale für die Lösung auch unserer heutigen weltweiten Probleme durch das „Internationale Jahr der Genossenschaften 2012“ würdigen.