Ein Gewinn für Deutschland!

Die Vereinten Nationen haben 2012 zum Internationalen Jahr der Genossenschaften ausgerufen, um auf die weltweite Bedeutung von Genossenschaften aufmerksam zu machen und ihre Rolle für die wirtschaftliche und soziale Entwicklung hervorzuheben.Auch bedeutende Persönlichkeiten aus Politik und Gesellschaft freuen sich über diese Entscheidung und unterstützen die deutsche Kampagne zum Genossenschaftsjahr.

Grußwort von Peter Ramsauer, Bundesminister für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung

Die genossenschaftliche Idee ist lebendig wie kaum jemals zuvor. Sie begegnet uns in nahezu allen Wirtschaftsbereichen: Banken, Handels- und Wohnungsunternehmen sowie zunehmend Energiegenossenschaften gestalten zentrale Lebensbereiche. In den über 150 Jahren ihrer Geschichte haben sich Genossenschaften zu einem bedeutenden Wirtschaftsfaktor entwickelt. Rund 20 Millionen Bürgerinnen und Bürger – jeder Vierte in Deutschland – sind heute Mitglieder in einer Genossenschaft. Durch ihr Engagement bereichern sie unser gesellschaftliches und wirtschaftliches Miteinander. Ich begrüße es sehr, dass die Vereinten Nationen das Jahr 2012 zum Internationalen Jahr der Genossenschaften ausgerufen haben und damit  die öffentliche Aufmerksamkeit auf die vielfältigen Leistungen der Genossenschaften lenken.

Die geschichtlichen Wurzeln der Genossenschaften liegen in Deutschland. "Was der Einzelne nicht vermag, das vermögen viele" – so lautet die Leitidee der Väter des genossenschaftlichen Gedankens, Friedrich Wilhelm Raiffeisen und Hermann Schulze-Delitzsch. Selbstverantwortung, Selbstverwaltung und Selbsthilfe prägen die Arbeit der Genossenschaften bis heute. In der Landwirtschaft, im Handwerk – und seit der Novelle des Genossenschaftsgesetzes auch in kulturellen und sozialen Bereichen – nutzen Menschen diese Rechtsform, um ihre Vorhaben eigenverantwortlich und zugleich gemeinschaftlich zu verwirklichen. Die demokratische Verfasstheit der Genossenschaft und nicht zuletzt auch ihr Förderprinzip wirken über die Wahrnehmung der Mitgliederinteressen weit in die Gesellschaft hinaus.

Als Bauminister liegt mein Augenmerk besonders auf den etwa 2.000 Wohnungsgenossenschaften in unserem Land. Hohe Wohnsicherheit, günstige Mieten und stabile Nachbarschaften machen das genossenschaftliche Wohnen für Viele überaus attraktiv. Als Mieter und Anteilseigner engagieren sich die Mitglieder für Erhaltung und nachhaltige Modernisierung ihrer Wohnungsbestände. Sie pflegen das Wohnumfeld, die Gemeinschaft und sorgen für Unterstützung auch im Alter. Wohnungsgenossenschaften sind daher oftmals Vorreiter, wenn es um praktische Lösungen für gesellschaftliche Aufgaben wie den Klimaschutz oder die demografische Entwicklung geht. Deshalb habe ich auch sehr gern die Schirmherrschaft über den "Genossenschaftspreis Wohnen" übernommen. Mein Anliegen ist es, den guten Beispielen des genossenschaftlichen Handelns zu einer noch größeren Bekanntheit zu verhelfen und zum Nachahmen anzuregen.