Wir sind „Ein Gewinn für Deutschland“

Die mehr als 7.500 Genossenschaften und genossenschaftlichen Unternehmen in Deutschland sind ein wichtiger Bestandteil der mittelständischen Wirtschaft. Sie wirtschaften mit langfristiger Perspektive, fördern ihre Mitglieder und sind in der Region verankert. Stabilität und Verantwortung zeichnen Genossenschaften aus.

Aus all diesen Gründen ist jede einzelne Genossenschaft „Ein Gewinn für Deutschland“. An dieser Stelle haben die Genossenschaften die Gelegenheit, der Öffentlichkeit zu präsentieren, was sie auszeichnet und sie zu einem ganz besonderen „Gewinn für Deutschland“ macht. 

InTra Fachübersetzergenossenschaft eG, Stuttgart

„Wir finden Ihre Worte – in jeder Sprache“. So lautet das Motto einer Übersetzergenossenschaft aus Baden-Württemberg. Die Betonung liegt dabei auf dem „Wir“, denn im Team lässt sich einfacher und besser übersetzen.

„Übersetzer und Dolmetscher sind oft als Einzelkämpfer unterwegs. Sie haben ihren eigenen Kundenstamm oder arbeiten mit einer Agentur zusammen. In unserer Genossenschaft aber können sie die Vorteile einer großen Gemeinschaft nutzen“, sagt Stefanie Alexief-Damianof, Mitglied des Vorstands der InTra Fachübersetzergenossenschaft eG und zuständig für die Bereiche Kundenbetreuung und Vertrieb. Ein Vorteil ist der Austausch mit Fachkollegen, der die Qualität der Übersetzungsarbeit erheblich beeinflusst.


Ein Übersetzer muss nicht nur die jeweilige Fremdsprache beherrschen, sondern auch die Kultur und den geschichtlichen Hintergrund eines Landes verstehen. „Übersetzen bedeutet eben nicht einfach nur, Worte umzuwandeln. Es muss der richtige Ton und die Bedeutung in einem bestimmten Kontext gefunden werden. Und das gelingt am besten, wenn man die sozio-kulturellen Eigenheiten des Landes kennt, aus dessen Sprache übersetzt wird“, erläutert der Genossenschaftsvorstand.

Und hier kommt die Genossenschaft ins Spiel: Sie bietet einen institutionalisierten Austausch zwischen Muttersprachlern aus verschiedenen Ländern. Neben dem sprachlich-kulturellen Austausch unter den Mitgliedern ist auch die Kenntnis verschiedener Fachthemen wichtig. Man denke nur an die eigenen Erfahrungen mit übersetzten Gebrauchsanweisungen für technische Geräte. Auch hinsichtlich des inhaltlichen Kontexts findet somit ein Austausch statt. Zur Sicherheit werden die Texte mit vier Augen, also zusätzlich von einem Kollegen oder der Zentrale, geprüft.

Die InTra hat ihren Sitz in Stuttgart. Gegründet wurde das Unternehmen bereits im Jahr 1968. Wie bei vielen Genossenschaften war das Gründungsmotiv, die Position von Einzelkämpfern gegenüber ihren Auftraggebern zu verbessern. Getreu dem Raiffeisen-Motto: Gemeinsam sind wir stark. „Die Motivation ist damals wie heute die gleiche, nämlich gemeinsam zu handeln und von den Erfahrungen und dem Austausch mit den Kollegen zu profitieren“, sagt Alexief-Damianof.

eG mit vielen Vorteilen

Die Genossenschaft bietet heute aber noch mehr. Sie entlastet die Freiberufler in vielen administrativen Bereichen. Sie ist quasi das Backoffice für die Übersetzer. Unterstützt wird vor allem bei der Auftragsakquisition und Disposition. Über die Genossenschaft werden Kundenaufträge entgegengenommen und an den am besten geeigneten Kollegen weitergereicht. Es werden nur Übersetzer beauftragt, die sich in dem Fachthema auskennen und Muttersprachler sind. „Nur so kann der Kunde sichergehen, fachlich und sprachlich optimal betreut zu werden. Qualität ist unsere Wettbewerbsstrategie“, so Alexief-Damianof.

Die Verteilung der Aufträge an die Mitglieder führt aber nicht zu Konkurrenzdenken. Im Gegenteil, es werden sogar eigene Aufträge in die Zentrale eingebracht. Allen Mitgliedern ist bewusst, dass man in der Gemeinschaft mehr erreichen kann.

Die meisten Übersetzer haben zwar einen eigenen Kundenstamm, doch die InTra ist nach über 40 Jahren selbst als ein namhafter Dienstleister am Markt etabliert. Durch die partnerschaftliche Zusammenarbeit ist es auch kein Problem, dass der Kunde direkt mit dem Übersetzer kommuniziert und Problembereiche umgehend besprochen werden können. „Das ist ein Alleinstellungsmerkmal unserer Genossenschaft“, so der InTra-Vorstand.

Die Genossenschaft bietet Übersetzungen für die verschiedensten Bereiche an, technische Texte wie etwa Bedienungsanleitungen oder Wartungshandbücher, Texte aus der Finanz- und Versicherungsbranche bis hin zu Geschäftsberichten, Patentschriften und Verträgen.

Eine wichtige Kundengruppe sind die mittelständischen Unternehmen im süddeutschen Raum. Am meisten werden Englisch und Französisch neben weiteren europäischen Sprachen wie Spanisch und Italienisch nachgefragt. Insgesamt bietet die InTra eG aber über 30 Sprachen an. Diese werden aber nicht nur von den dreizehn Mitgliedern der Genossenschaft abgedeckt. „Wir arbeiten mit etwa 150 Übersetzern im In- und Ausland zusammen. Da sind beispielsweise auch Kollegen dabei, die weniger gefragte Sprachen wie Lettisch beherrschen“, erläutert Alexief-Damianof.

Ein weiterer Vorteil durch die Genossenschaft: die Auftragsabwicklung. Rechnungen werden von der Genossenschaft an die Kunden versendet. Das hat zum einen den Vorteil, dass der Übersetzer nicht jedem Kunden hinterherlaufen muss. Zum anderen erhält er die Vergütung sofort von der InTra – auch wenn der Kunde die Rechnung noch nicht beglichen hat. Eine Übersetzung kostet zwischen 1,20 und 1,70 Euro je Zeile. Zwischen 10 und 35 Prozent des Umsatzes werden von der Genossenschaft einbehalten, Überschüsse werden am Jahresende an die Mitglieder rückvergütet.

Miteinander zählt

Doch Gewinnerzielung ist nicht das oberste Ziel der Genossenschaftsmitglieder. Zum Berufsethos des Übersetzers passt auch die genossenschaftliche Rechtsform sehr gut: „Wenn man in einer Genossenschaft zusammenarbeitet, dann ist man nicht hauptsächlich dem Gewinn verpflichtet, sondern es geht in erster Linie um ein vernünftiges Miteinander und die gegenseitige Unterstützung und Förderung. Und das kommt am Ende auch unseren Kunden zugute“, so Alexief-Damianof. Ein vernünftiger Kompromiss zwischen Qualität der Leistung und der Gewinnerzielung – das sei eigentlich auch für viele andere Unternehmen und Branchen erstrebenswert.

Bei der InTra steht dieser Leitsatz auch für die Zukunft. Neue Mitglieder sind sehr willkommen, wenn sie fachlich und persönlich passen. Voraussetzung für die Zusammenarbeit ist ein Übersetzerstudium oder eine einschlägige Sprachausbildung. Neue Partner werden geprüft und müssen eine Probeübersetzung anfertigen. Schließlich sollen mit der InTra auch zukünftig die richtigen Worte gefunden werden.

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