Kleinseelheim ist endlich Bioenergiedorf

26. Mai 2019

Lange haben die Genossenschaftsmitglieder im mittelhessischen Kleinseelheim darauf gewartet. Das aus Landschaftspflegematerial, also die Schnittreste von Hecken, Sträuchern und Bäumen an Straßen und Wegen, befeuern den Ofen in der Heizzentrale, an der das Wärmenetz der Genossenschaft hängt. Derzeit werden kanpp 70 Haushalte mit der genossenschaftlichen Wärme versorgt. Damit ist Kleinseelheim eines von über 100 Bioenergiedörfern in Deutschland. Viele der Wärmenetze in den Bioenergiedörfern sind genossenschaftlich organisiert. Gerade für eine gemeinschaftliche Infrastruktur wie ein Wärmenetz bietet sich die Genossenschaft als Organisationsform an. Durch eine solche Gemeinschaftsaufgabe kann auch die Dorfgemeinschaft gestärkt oder reaktiviert werden.

Doch ein Wärmenetz ist auch mit Risiken verbunden, welche die Beteiligten unbedingt einkalkulieren müssen. So verzögerte sich auch die Verlegung des Wärmenetzes. In Kleinseelheim konnte die Genossenschaft nicht zum im Geschäftsplan festgelegten Zeitpunkt Nahwärme verkaufen, worauf sie vorübergehend in Schieflage geriet. Erst am 22. Oktober 2018 gingen die ersten Wohnhäuser ans Netz. Auch mit der Heiztechnik gab es Probleme, so dass zunächst mit Flüssiggas geheizt werden musste. Doch nun läuft das Wärmenetz mit Bioenergie und spart so jährlich 200.000 Liter Heizöl in Kleinseelheim ein.

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