Wir sind „Ein Gewinn für Deutschland“

Die mehr als 7.500 Genossenschaften und genossenschaftlichen Unternehmen in Deutschland sind ein wichtiger Bestandteil der mittelständischen Wirtschaft. Sie wirtschaften mit langfristiger Perspektive, fördern ihre Mitglieder und sind in der Region verankert. Stabilität und Verantwortung zeichnen Genossenschaften aus.

Aus all diesen Gründen ist jede einzelne Genossenschaft „Ein Gewinn für Deutschland“. An dieser Stelle haben die Genossenschaften die Gelegenheit, der Öffentlichkeit zu präsentieren, was sie auszeichnet und sie zu einem ganz besonderen „Gewinn für Deutschland“ macht. 

Kommunale Einkaufsgenossenschaft KoPart eG

Kosten sparen zu müssen ist keine neue Herausforderung für Städte und Gemeinden. Fraglich ist vielmehr, wo noch Potenziale zu heben sind. Kommunen in Nordrhein-Westfalen haben einen Ansatz beim Einkauf und der Beschaffung gefunden. Mit ihrer Genossenschaft werden Bedarfe gebündelt und der Verwaltungsaufwand reduziert.
„Es gibt viele Produkte, die man gemeinsam günstiger einkaufen kann“ sagt Dr. Peter Queitsch, stellvertretender Vorstandsvorsitzender der KoPart eG mit Sitz in Düsseldorf. „Jede Kommune kauft täglich kleinteilige C-Artikel wie Büromaterial, Reinigungsmittel oder Schulbedarf. Aber eben jede für sich selbst. Das wollen wir ändern“, erläutert Queitsch, der als Hauptreferent für den Bereich Umweltrecht beim Städte- und Gemeindebund Nordrhein-Westfalen tätig ist.
Die KoPart eG bündelt die Nachfrage von über 100 Kommunen und kommunalen Unternehmen. Durch die großen Bestellmengen können bei Herstellern und Lieferanten Rabatte und andere Preisnachlässe ausgehandelt werden. Für einzelne Artikelgruppen werden zudem Rahmenverträge für die teilnehmenden Kommunen ausgeschrieben.

Kosten und Qualität
Doch es geht nicht nur um bessere Preise. Nicht jeder kennt sich vor Ort mit den besten Konditionen oder Eigenschaften der Produkte aus. „Das Know-how über die Märkte haben wir aber zentral in der Genossenschaft. Das spart Zeit und Nerven“, bringt Queitsch die Vorteile auf den Punkt.
Über einen elektronischen Katalog kann der zuständige Mitarbeiter in der Kommune bequem vom Schreibtisch aus bestellen und damit den eigenen Beschaffungsprozess verkürzen. Wie bei einem gewöhnlichen Online-Händler bringt der Paketdienstleister die bestellte Ware bis zur Eingangstür.
Aktuell hat die Genossenschaft 13 E-Kataloge im Programm, die alle relevanten Warenbereiche für kommunale Kunden abdecken. Die Produktpalette reicht von Reinigungsartikeln oder Büromaterialien über KiTa- und Schulbedarf bis hin zu Feuerwehrbedarf oder Arbeitssicherheit. Die Vielfalt ist groß und dennoch werden Größenvorteile genutzt. Die Gemeinschaft macht es möglich.
Auch wenn die Beschaffung so kostengünstig wie möglich organisiert wird, es soll nicht am Komfort und an der Qualität der Produkte gegeizt werden. Die Devise der Genossenschaft lautet deshalb: „Sparen ohne zu leiden“.

Individualbetreuung
Neben dem Massengeschäft unterstützt die KoPart eG ihre Mitgliedskommunen auch bei Einzelaufträgen und größeren Besorgungen, wenn z.B. nach einem Erfüllungsgehilfen für die Abfallentsorgung gesucht wird. Die Individualbetreuung durch die Genossenschaft bringt administrative Vorteile mit Blick auf das Vergabeverfahren.
Die rechtlichen Rahmenbedingungen bei der Vergabe von öffentlichen Aufträgen sind in den letzten Jahren nicht einfacher geworden. Für eine vergaberechtskonforme Lieferung oder Leistung müssen die Regeln im  GWB, den entsprechenden Verordnungen und dem Tariftreue- und Vergabegesetz NRW beachtet werden. „Die muss man alle kennen und man muss auch immer auf dem aktuellen Stand bleiben. Den Zeitaufwand können wir den Kommunen abnehmen“, meint Queitsch. „Zentrale Vergabestelle Plus (ZVS+)“ heißt der Service der Genossenschaft.
Die KoPart eG entwickelt Leistungsverzeichnisse, erstellt Bewerbungs- und Vertragsbedingungen, entwirft formale Unterlagen bis hin zur Vergabebekanntmachung, übernimmt die Kommunikation mit den Bietern und bewertet eingehende Angebote. Kurzum, über den Service ZVS+ wird der Vergabeprozess soweit optimiert, dass der öffentliche Auftraggeber nur noch den Zuschlag erteilen muss.
Die Genossenschaft bereitet die Entscheidung nur vor, die Kommune beschließt immer selbst. Durch die Verlagerung der Beschaffungsaufgabe in die KoPart können Ressourcen eingespart werden, die in der Verwaltung für andere Aufgaben nutzbar sind.

Die Mitglieds-Kommune kann die KoPart eG übrigens direkt mit der Betreuung des Vergabeverfahrens beauftragen. Ein weiteres Ausschreibungsverfahren für diese Dienstleistung ist bei der „genossenschaftlichen Inhouse-Betreuung“ nicht erforderlich.


Ein Mitglied, eine Stimme
An der KoPart eG sind große und kleine Kommunen beteiligt. Unabhängig von ihrer Größe haben aber alle Mitglieder die gleichen Rechte. Bei den grundsätzlichen Entscheidungen in der Generalversammlung gilt immer die Regel: „Ein Mitglied, eine Stimme“. Das fördert ein vertrauensvolles Miteinander. Und dafür steht auch das Kürzel „KoPart“: Kommunal und partnerschaftlich.

Gegründet wurde die Genossenschaft im Sommer 2012. Die federführende Initiative ging vom Städte- und Gemeindebund NRW und dessen Dienstleistungsunternehmen Kommunal Agentur NRW aus. Der Genossenschaft können nur Kommunen und 100prozentige kommunale Unternehmen beitreten.
Aus den 6 Gründungsmitgliedern sind mittlerweile 115 Kommunen geworden. Das Potenzial ist aber noch erheblich größer, auch wenn man nur innerhalb des Bundeslandes aktiv sein möchte. Schließlich sind 359 Städte und Gemeinden beim StGB NRW organisiert. Sie alle könnten von den Vorteilen der Genossenschaft profitieren.
Ein Genossenschaftsanteil kostet 750 Euro. Es besteht keine Nachschusspflicht für die Mitglieder, sofern mal ein Jahresfehlbetrag in der Bilanz stehen sollte. Das maximale Verlustrisiko ist auf die Höhe der Geschäftsguthaben begrenzt.

Das finanzielle Engagement einer Kommune an der Genossenschaft steht selbstverständlich im Einklang mit der Gemeindeordnung in NRW. Allerdings muss diese Beteiligung von der Bezirksregierung genehmigt werden.
„Die genossenschaftliche Initiative hat sich für unsere Mitglieder definitiv gelohnt“, meint Queitsch. Besonders stolz ist man, dass die Zusammenarbeit zwischen den Kommunen reibungslos funktioniert. Er sieht die Genossenschaft für kommunale Zwecke deshalb nicht nur auf den Einkauf begrenzt. „Der gemeinsame Betrieb von Hallenbädern, kommunale Energiegenossenschaften oder gemeinschaftliche Initiativen bei der Breitbandversorgung, das sind alles Möglichkeiten“, so Queitsch.
Für die Zukunft ist die KoPart gut gerüstet. Der Unterstützungsbedarf bei den Kommunen wird nicht geringer werden. Ein großes Thema ist beispielsweise die elektronische Ausschreibung. „Wir müssen immer am Ball bleiben und die Genossenschaft weiter entwickeln, denn die Mitglieder können unsere Leistungen in Anspruch nehmen, sie müssen es aber nicht. Das treibt uns an“, resümiert Queitsch.