Genossenschaftliche Gruppe

Die Genossenschaftsgruppe ist die bei Weitem mitgliederstärkste Wirtschaftsorganisation in Deutschland. Mit 20 Millionen Mitgliedern und mehr als 800.000 Mitarbeitern in über 7.500 Genossenschaften sind sie eine treibende Kraft für Wirtschaft und Gesellschaft. Jeder vierte Bundesbürger ist statistisch gesehen Mitglied einer Genossenschaft. Genossenschaften gibt es in vielen verschiedenen Bereichen und Branchen, die in fünf Sparten zusammengefasst werden können: Genossenschaftsbanken, Wohnungsgenossenschaften, Raiffeisen-Genossenschaften, gewerbliche Genossenschaften und Konsumgenossenschaften.  

Konsumgenossenschaften

Genossenschaften von Bürgern für Bürger

Das Genossenschaftsgesetz von 1889 definierte Konsumgenossenschaften als „Vereine zum gemeinschaftlichen Einkauf von Lebens- oder Wirtschaftsbedürfnissen“. Dabei bedeutet „Einkauf“ nicht, dass nur Handel betrieben wird. Die eigene Produktion ist traditionell Teil des konsumgenossenschaftlichen Konzepts.

Typisch für Genossenschaften in der Tradition der Konsumvereine ist, dass die Gründer sich mit ihrer Genossenschaft eine Leistung verschaffen, die sie (so) auf dem Markt nicht (mehr) vorfinden. Zum Teil entwickeln diese Unternehmen erst einen Markt, wie man an den Aktivitäten zur Gründung von Gaslieferungsgenossenschaften beobachten kann. Greenpeace energy, eine der jüngsten Gründungen mit inzwischen 23.000 Mitgliedern, projektiert eigene Kraftwerke im Bereich der erneuerbaren Energien. Und die taz gewinnt immer wieder neue Mitglieder, weil diese eine eigene Zeitung wollen.

Kunden sind Eigentümer

Die 359 deutschen Konsumgenossenschaften mit etwa 300.000 Mitgliedern und einem kumulierten Jahresumsatz von rund 2 Milliarden Euro eint vor allem eins: Da die Kunden die Eigentümer sind, muss das Preis-Leistungs-Verhältnis und vor allem aber die Qualität der Leistung stimmen. Typisch für Konsumgenossenschaften ist eine große Mitgliederzahl. Die Rechtsform der eingetragenen Genossenschaft gewährleistet dafür (am besten) die demokratischen Mitbestimmungs-Prinzipien.

Lange Tradition

Die traditionellen Konsumgenossenschaften haben als Nahversorger eine lange Tradition bei der Belieferung der Bevölkerung – vor allem mit Waren des täglichen Bedarfs. Sie setzen bei den angebotenen Produkten auf Qualität und Frische sowie auf feste Lieferbeziehungen mit Produzenten und Partnern. So betreibt die Konsumgenossenschaft Weimar eG mit der REWE eine paritätische Gesellschaft. Die coop eG, Kiel, hat über 250 Märkte und mit großem Erfolg die regionale Marke „Unser Norden“ kreiert. Genossenschaftliche Gründungen wie Unser Laden Falkenau eG und Lädele Schienen Verbrauchergenossenschaft eG schließen Lücken bei der Nahversorgung im ländlichen Raum. Die traditionellen Konsumgenossenschaften in den neuen Bundesländern sind mehrheitlich Mitglied und Träger der Zentralkonsum eG, die mehrere Industriebetriebe unterhält.