Wir sind „Ein Gewinn für Deutschland“

Die mehr als 7.500 Genossenschaften und genossenschaftlichen Unternehmen in Deutschland sind ein wichtiger Bestandteil der mittelständischen Wirtschaft. Sie wirtschaften mit langfristiger Perspektive, fördern ihre Mitglieder und sind in der Region verankert. Stabilität und Verantwortung zeichnen Genossenschaften aus.

Aus all diesen Gründen ist jede einzelne Genossenschaft „Ein Gewinn für Deutschland“. An dieser Stelle haben die Genossenschaften die Gelegenheit, der Öffentlichkeit zu präsentieren, was sie auszeichnet und sie zu einem ganz besonderen „Gewinn für Deutschland“ macht. 

Natürlich Schwimmen

Ein Badeteich im eigenen Garten, das Wasser klar und ohne Chlorgeruch. Das ist der Traum so mancher Eigenheimbesitzer. Doch wer kann bei der Umsetzung helfen? Eine Genossenschaft von Garten- und Landschaftsbauern hat sich auf diese Marktnische spezialisiert.

„Wir verbinden Wellness mit der Natur“, sagt Jürgen Grunewald, Vorstandsmitglied der Genossenschaft POOL FOR NATURE  - Die Schwimmteichbauer eG. In der Genossenschaft sind 55 Fachbetriebe aus dem Garten- und Landschaftsbau zusammengeschlossen, die auf die Planung und den Bau von Schwimmteichen und Naturpools spezialisiert sind. 

In naturnahen Badegewässern wird das Wasser auf biologische Weise reingehalten. Anders als in einem herkömmlichen Pool oder Schwimmbad werden Keime und Nährstoffe nicht durch den Einsatz chemischer Mittel, sondern durch einen mikrobiologischen Vorgang gefiltert. Die Natur wird quasi nachempfunden. Dabei gibt es grundsätzlich zwei Möglichkeiten.

Bei einem Schwimmteich wird ein stehendes Gewässer imitiert und man verzichtet möglichst auf Filtertechnik. Die Wasseraufbereitung erfolgt durch Wasserpflanzen. Dementsprechend müssen mindestens 50 Prozent der geplanten Fläche als Reinigungszonen bepflanzt werden, etwa mit Seerosen oder Röhricht. Schwimmteiche stehen insofern für einen naturnahen Badespaß.

Wer weniger Platz zur Verfügung hat, entscheidet sich eher für die zweite Alternative, einen Naturpool. Hierbei handelt es sich um ein ständig fließendes Gewässer, bei dem mit einem Filter das Wasser gereinigt wird. Der Vorteil: Für den Filterbereich benötigt man lediglich 10 Prozent der geplanten Gesamtfläche. Der Schwimmbereich ist im Vergleich somit viel größer.

Technologie als Kooperationsmotiv
Damit eine biologische Reinigung langfristig funktioniert, müssen verschiedene Parameter wie Bepflanzung, Pumpeneinsatz, Filtertechnologien oder Granulat perfekt zusammenspielen. Das erforderliche Know-how hierfür ist nicht einfach zu erlangen. Das hat verschiedene Gründe.

Zum einen ist der Markt für naturnahe Badegewässer für die Industrie nicht attraktiv genug. Es lohnt sich nicht, Geld in die eigene Forschung zu stecken und Alternativen zu testen. Zum anderen entwickeln sich die praktischen Möglichkeiten so schnell und vielfältig weiter, dass man bei der Umsetzung nicht nur auf eine Technik setzen sollte.

Das waren auch die Gründe, warum die POOL FOR NATURE  vor zehn Jahren von 13 Garten- und Landschaftsbaubetrieben gegründet wurde. Man wollte unabhängig von einer einzelnen technischen Lösung sein und sich miteinander austauschen. „Wissen vermehrt sich nur, wenn man es teilt“, bringt Grunewald die Motivation auf den Punkt.

Jedes Mitglied zahlt jährlich einen Beitrag von 3.000 Euro, der neben den Verwaltungskosten vor allem für die hauseigene Forschung der Genossenschaft ausgegeben wird. In verschiedenen Versuchsanlagen wird experimentiert und nach Verbesserungen geforscht. „Das Ziel ist sauberes Wasser mit möglichst geringem Technikeinsatz“, so Grunewald.

Die neuesten Erkenntnisse werden in genossenschaftsinternen Workshops mit den Mitgliedern geteilt. Jedes Jahr organisiert die Genossenschaft ein dreitägiges Wissensfestival mit bis zu 120 Teilnehmern. Dort werden für Anfänger, Fortgeschrittene und Experten die unterschiedlichsten Seminare angeboten, von der Planung im Büro bis zur Pflege vor Ort.

Vertrauen durch die Genossenschaft
Dieser vertrauensvolle Austausch auf Augenhöhe war auch entscheidend bei der Rechtsformwahl. Die Genossenschaft wurde gewählt, weil man eine gleichberechtigte Zusammenarbeit der unterschiedlich großen Mitgliedsbetriebe fördern wollte. „Ein Unternehmen hat fünf Mitarbeiter, ein anderes 40, aber jeder hat gleich viel zu sagen. Das ist uns wichtig, weil man sich nur auf dieser Basis offen miteinander unterhält“, so Grunewald.

Neben der Forschung und dem Erfahrungsaustausch wird über die Genossenschaft auch kostengünstig eingekauft. Mitglieder können preiswert selbst entwickelte Teichfolien, Eigenmarkensubstrate oder Pumpentechnologie erwerben. Ein bestimmter Prozentsatz der Umsätze wird ebenfalls für die Finanzierung der Forschungsaufgaben verwendet.

Ein weiterer Zweck der Genossenschaft ist die Etablierung einer Dachmarke. „Pool for Nature“ soll für geprüfte Qualität und Kompetenz der Betriebe stehen. Die Kunden sollen sich darauf verlassen können, dass die Schwimmteiche und Naturpools langfristig funktionieren. Sie werden deshalb im Rahmen eines transparenten Qualitätssicherungskonzepts umgesetzt und abschließend zertifiziert. Zudem erhält der Kunde eine Garantie über fünf Jahre.

Neue Mitglieder müssen nicht nur 5.000 Euro an Geschäftsanteilen zeichnen, sondern sich vorab auch hinsichtlich ihrer Fähigkeiten und Referenzprojekte genau überprüfen lassen. Das ist erforderlich, damit die Pool for Nature  ihr Qualitätsniveau halten kann.

Auch die etablierten Mitglieder werden alle drei Jahre überprüft. „Man kann anhand der gebauten Schwimmteiche und Naturpools recht einfach feststellen, ob jemand gute Arbeit geleistet hat“, so Grunewald. Dementsprechend wird auch viel Wert auf die Schulung der Mitarbeiter gelegt.

Kunden sind in erster Linie Privatpersonen, die auch auf kleineren Grundstücken die biologische Alternative zum gechlorten Wasser haben möchten. „Zumeist geht es ihnen auch nicht nur ums Schwimmen, sondern um die besondere Atmosphäre im Garten. Es ist eine emotionale Entscheidung“, resümiert Grunewald.