Positionspapier der Bundesgeschäftsstelle Energiegenossenschaften zum Energiesammelgesetz 2018

Berlin, 20. November 2018

Die ehrenamtlich geführten, bürgergetragenen und regionalen Energiegenossenschaften haben seit spätestens 2017 wieder vermehrt angefangen, Projekte mit Photovoltaik-Dachanlagen bis zu einer Leistung von 750 Kilowatt umzusetzen. Dies stellt ihr unternehmerisches Haupttätigkeitsfeld dar. Geschäftsmodelle mit großen PV-Anlagen über 750 kW sind für Energiegenossenschaften durch die Einführung der Ausschreibungen wirtschaftlich uninteressant geworden. Dies spiegelt sich in fehlenden Geboten von Energiegenossenschaften der letzten sieben Ausschreibungsrunden für große PV-Anlagen wieder.

Die mit zwei Monaten Vorlauf kommunizierte Förderkürzung im PV-Dachanlagenbereich der mittleren Leistungsgrößen zwischen 40 bis einschließlich 750 kW ist  extrem kurzfristig. Der Planungs- und Entscheidungsprozess von energiegenossenschaftlichen Projekten benötigen zwischen sechs Monaten bis zu zwei Jahren. Das Vertrauen in Planungs- und Investitionssicherheit geht damit verloren. Für eine bürgernahe, genossenschaftlich geprägte Energiewende sind verlässliche politische und rechtliche Rahmenbedingungen unverzichtbar. Ferner wird die Kürzung in der vorgeschlagenen Höhe zur Unwirtschaftlichkeit sehr vieler Projekte (im Bereich Einspeisung, Direktlieferung und Mieterstrom)führen, die nicht bis Ende 2018 eine Inbetriebnahme erreichen können. Damit droht ein hoher wirtschaftlicher Schaden. Die Förderkürzung von PV-Dachanlagen gefährdet durch die Kurzfristigkeit, die Erschütterung der Planungs- und Investitionssicherheit und fehlender Wirtschaftlichkeit bei derzeitigen Marktbedingungen die bürgergetragene Energiewende.

Aus diesem Grund fordert die Bundesgeschäftsstelle Energiegenossenschaften beim DGRV die Streichung der im Gesetzesentwurf vorgeschlagene Förderkürzung.

Positionspapier der Bundesgeschäftsstelle Energiegenossenschaften finden Sie hier

Positionen der Bundesgeschäftsstelle Energiegenossenschaften zur Bundestagswahl 2017

Berlin, 28. August 2017

Die 850 beim DGRV - Deutscher Genossenschafts- und Raiffeisenverband e. V. organisierten Energiegenossenschaften leisten einen wichtigen Beitrag, die Akzeptanz und die Motivation für die Energiewende in breiten Teilen der Gesellschaft zu steigern. Über 180.000 Menschen engagieren sich bereits in genossenschaftlichen Erneuerbaren-Energien-Projekten im Strom-, Wärme- und Mobilitätssektor.

Um die notwendigen klima- und energiepolitischen Ziele zu erreichen und die  Energiewende insgesamt zum Erfolg zu führen, ist eine Ausgestaltung der Erneuerbaren Energien im Strom-, Wärme- bzw. Mobilitätssektor mit Beteiligung der Bürger zwingend erforderlich.

Energiegenossenschaften betreiben Strom- und Wärmenetze, erzeugen und liefern Strom und Wärme aus Sonne, Wind, Biomasse bzw. Wasser oder setzen z.B. Energieeffizienz- und Elektromobilitätsprojekte um. Etliche Geschäftsfelder sind in den letzten Jahren durch gesetzgeberische Eingriffe rechtlich und wirtschaftlich deutlich eingeschränkt bzw. verkompliziert worden. Die oftmals ehrenamtlich geführten regionalen Energiegenossenschaften stehen hier vor großen Herausforderungen.

Das Positionspapier der Bundesgeschäftsstelle Energiegenossenschaften zur Bundestagswahl 2017 können Sie hier einsehen.