Wir sind „Ein Gewinn für Deutschland“

Die mehr als 7.500 Genossenschaften und genossenschaftlichen Unternehmen in Deutschland sind ein wichtiger Bestandteil der mittelständischen Wirtschaft. Sie wirtschaften mit langfristiger Perspektive, fördern ihre Mitglieder und sind in der Region verankert. Stabilität und Verantwortung zeichnen Genossenschaften aus.

Aus all diesen Gründen ist jede einzelne Genossenschaft „Ein Gewinn für Deutschland“. An dieser Stelle haben die Genossenschaften die Gelegenheit, der Öffentlichkeit zu präsentieren, was sie auszeichnet und sie zu einem ganz besonderen „Gewinn für Deutschland“ macht. 

Programmkino Würzburg eG

Genossenschaft betreibt Kino


Im Juli 2009 kam die überraschende Ankündigung, das Corso-Kino in Würzburg werde geschlossen. Während der „Italienischen Filmwoche“ entwickelte sich eine Bürgerinitiative für ein Programmkino. In rund drei Wochen wurden 2.700 Unterschriften gesammelt und der Stadtspitze überreicht. Dieser Antrag stieß bei Kulturreferent Al Ghusain auf offene Ohren und wurde von der Stadt unterstützt. Mit der Unterstützung des Kulturreferenten bildete sich eine Gruppe von Bürgern mit dem gemeinsamen Ziel, eine Programmkino-Initiative zu formieren. Daraus entwickelt sich im Frühjahr 2010 eine ca. 12-köpfige Arbeitsgruppe, die aus Vertretern verschiedener Berufsgruppen bestand (Architekt, Hochschullehrer, Kinoverleiher, Rechtsanwalt etc.). Ihre Einladung zu einer ersten Versammlung im Luisengarten stieß bei den Würzburgern auf überwältigende Resonanz.


Der Erfolg ermutigte die Initiatoren einerseits dazu, die Gründung einer Genossenschaft voranzutreiben, andererseits Filmveranstaltungen in eigener Regie durchzuführen. Abwechselnd fanden im Theater Chambinzky, im Theater Ensemble, im Theater am Neunerplatz und auf der Hobbit-Bühne Vorführungen statt, die großen Zuspruch fanden. Im Hintergrund arbeitete weiterhin die ‚Lenkungsgruppe‘ an einem organisatorischen Konzept und der Raumsuche für das Programmkino. Besichtigt und geprüft wurden die Frankenhalle und Annexe, das Bürgerbräu-Gelände und weitere privat vermittelte Räumlichkeiten. Alle diese Angebote erwiesen sich jedoch als aus den verschiedensten Gründen als ungeeignet. Das einzig vielversprechende Objekt war die Aula des Mozart-Gymnasiums, bei dem mit dem geringsten Aufwand ein bespielbares Kino entstehen könnte. Als nicht ganz einfach erwies es sich, die Zustimmung der Stadt zu erhalten, da ein Stadtratsbeschluss zum Verkauf des Geländes bestand.

Parallel zur Raumsuche wurde die Gründung einer Genossenschaft mit allen notwendigen juristischen und organisatorischen Implikationen vorbereitet. Im September 2010 wurde die Genossenschaft "Programmkino Würtburg eG" von 230 Bürgern gegründet. Die Vertragsverhandlungen mit der Stadt führten am 13. September 2010 zu einem Abschluss. Im November 2010 eröffenete das Übergangskino in der Mozartschule mit rund 200 Sitzplätzen.

Heute ist das Central Programmkino eine feste Institution in Würzburg. Das Kino gehört derzeit über 500 Würzburgern und Würzburgerinnen, die  pro Kopf durchschnittlich € 150,- (1,5 Anteile) in die Genossenschaft eingezahlt haben.  Es gibt einen fünfköpfigen Vorstand; jedes Mitglied hat einen eigenen Arbeitsbereich: Programm, Öffentlichkeitsarbeit und Werbung, Finanzen, Technik, (Um)Bau und Raumsuche. Alle Vorstände arbeiten ehrenamtlich. Rund 60 Genossinnen und Genossen arbeiten seit November 2010 ebenfalls ehrenamtlich im täglichen Betrieb an den Kassen und im Vorführraum sowie bei der Verteilung der Programmhefte und im „Bautrupp“ mit.

Im Oktober 2016 zieht das Centralkino in neue Räumlichkeiten auf dem Bürgerbräu-Gelände um. Dort entstehen momentan drei Kinosäle für jeweils mehr als 100 Zuschauer. Die ehrenamtlichen Helfer sollen dann durch 450-Euro-Kräfte unterstützt werden.
 
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