Symposium zu Raiffeisens Genossenschaftsidee

1. Juli 2017

"RAIFFEISEN 2018: Ökonomische Innovation, gesellschaftliche Orientierung". Unter diesem Thema stand das wissenschaftliche Symposium auf Schloss Montabaur am 30. Juni und 1. Juli 2017. Eingeladen hatten die Deutsche Friedrich-Wilhelm-Raiffeisen-Gesellschaft und Prof. Dr. Theresia Theurl, geschäftsführende Direktorin des Instituts für Genossenschaftswesen an der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster. 2018 jährt sich der Geburtstag Friedrich Wilhelm Raiffeisens, Vater der Genossenschaftsidee. Mit einer großen Jubiläumskampagne werden der Reformer und seine visionäre Idee gefeiert.

Ein Jahr im Zeichen Raiffeisens und der Genossenschaftsidee

Josef Zolk, stellvertretender Vorsitzender der Deutschen Friedrich-Wilhelm-Raiffeisen-Gesellschaft, begrüßte die 80 Gäste mit einem Verweis auf Aktualität und Verbreitung von Genossenschaften: „In Deutschland und weltweit entdecken immer mehr Menschen die Genossenschaftsidee für sich. Mehr als 22 Millionen Deutsche sind Mitglied einer Genossenschaft. Und täglich werden es mehr.“ Die Anerkennung der Genossenschaftsidee zum Immateriellen Kulturerbe der Menschheit durch die UNESCO unterstreiche diese Entwicklung. Genossenschaften sind Sympathieträger, betonte der Bürgermeister a. D. der Verbandsgemeinde Flammersfeld, „denn die Menschen wissen, dass hier Zusammenhalt und nicht der Profit im Vordergrund steht“.

Daniela Schmitt, Staatssekretärin im Ministerium für Wirtschaft, Verkehr, Landwirtschaft und Weinbau des Landes Rheinland-Pfalz, lobte die Arbeit der zahlreichen Genossenschaften: „Wir haben in Rheinland-Pfalz eine lebendige Genossenschaftskultur. In vielfältigen Bereichen sind die Genossenschaften teilweise schon seit über 100 Jahren aktiv und arbeiten an Lösungen für die Herausforderungen unserer Zeit. Sie erkennen und nutzen die Potentiale der Zukunft und leisten damit einen wertvollen Beitrag für das Gemeinwesen“, sagte Schmitt. Über Genossenschaften in Schulen freute sich die Staatssekretärin besonders. „Genossenschaften setzen auf Langfristigkeit und die Solidarität ihrer Mitglieder und sie basieren auf demokratischen Abstimmungsprozessen. Diese Werte transportieren Schülergenossenschaften ganz konkret.“

Internationale Wissenschaftler

Die Wissenschaftler und Gäste reisten aus den USA, der Schweiz und ganz Deutschland an. Im Herzen des Raiffeisen-Landes stand der erste Tag im Zeichen von Raiffeisens Wirken, Agrar- und Kreditgenossenschaften gestern und heute und dem Geschäftsmodell Raiffeisens für die Zukunft. In der Podiumsdiskussion unter der Moderation von Prof. Dr. Theresia Theurl diskutierten die Wissenschaftler über 200 Jahre Raiffeisen und welche Inspiration seine Idee für die Zukunft liefert.

Am zweiten Veranstaltungstag blickte Werner Böhnke, Vorsitzender der Deutschen Friedrich-Wilhelm-Raiffeisen-Gesellschaft, auf das Raiffeisen-Jahr 2018 voraus. Er erinnerte an Raiffeisens Lebensideal „Was einer allein nicht schafft, das schaffen viele“. In diesem Sinne könne das Jubiläumsjahr eine Chance für alle Genossenschaften in Deutschland sein, an Entstehung, Entwicklung und Faszination der Genossenschaftsidee zu erinnern.

Beispiele aus der genossenschaftlichen Praxis

Führungskräfte und Mitglieder der Akademie Deutscher Genossenschaften stellten innovative Beispiele von Genossenschaften aus der Praxis vor. In der Podiumsdiskussion unter der Moderation von Yvonne Zimmermann, Vorsitzende des Vorstands der Akademie Deutscher Genossenschaften, kamen Genossenschaftler aus verschiedenen Bereichen ins Gespräch. Sie sprachen über die Herausforderungen der Zukunft und das Rüstzeug, das Genossenschaften für diese liefern.

Quelle: www.raiffeisen2018.de