„Ein Gewinn für die Welt“

Das deutsche Genossenschaftsmodell ist Vorbild für viele Länder auf der ganzen Welt. Schon vor über 100 Jahren hat beispielsweise das damals aufstrebende Japan die Genossenschaftsidee und das Genossenschaftsgesetz aus Deutschland erfolgreich adaptiert. Viele andere Länder sind diesem Beispiel gefolgt und haben an die eigenen Verhältnisse angepasste Rechtsgrundlagen geschaffen. Bis heute fördert unsere Organisation weltweit genossenschaftliche Selbsthilfeprojekte. Im Rahmen der Entwicklungszusammenarbeit der Bundesregierung fördert die genossenschaftliche Gruppe mit ihren Entwicklungsprojekten den Aufbau von Genossenschaften und genossenschaftlichen Strukturen und unterstützt damit zum Beispiel in Lateinamerika, Südafrika oder Asien die globale Bekämpfung der Armut und die Sicherung des Friedens. Ausgewählte Projekte werden hier vorgestellt. Weitere Projekte finden Sie in der Broschüre "Kooperation als Chance".

Türkei - Zukunft durch Kooperation

Die türkische Wirtschaft ist über die letzten 10 Jahre hinweg vorwiegend dynamisch gewachsen. Doch nicht alle Teile des Landes haben davon in gleichem Maße profitieren können; vor allem strukturschwache Gebiete im Osten des Landes sind weiterhin von kleinstrukturierten landwirtschaftlichen Betrieben geprägt. Neue Arbeitsplätze in anderen Sektoren entstehen nur langsam. Viele der meist kleinen bäuerlichen Familienbetriebe erwirtschaften nur geringe Erträge. Hier können organisierte Kooperation und die Vermittlung von modernem Know-how für Produktion und Vermarktung Wege in die Zukunft weisen.

Dorfschulung

Seit 2004 arbeitet die deutsche Genossenschaftsorganisation auf Initiative der türkischen Regierung mit Genossenschaften und deren Organisationen sowie den verschiedenen für Genossenschaften zuständigen staatlichen Institutionen zusammen.Vom Büro in Ankara aus berät ein Team aus deutschen und türkischen Fachleuten die Partner in Pilotregionen: Kastamonu am Schwarzen Meer, in den Provinzen Nevsehir, Karaman und Aksaray in Zentralanatolien sowie in Erzurum in Ostanatolien. Im Zentrum der Aktivitäten steht der Aufbau verlässlicher und effizienter genossenschaftlicher Strukturen, denn nur so lassen sich die landwirtschaftlichen Genossenschaften nachhaltig stärken. Vielerorts fehlt noch eine leistungsfähige regionale Genossenschaftsunion. Daher wird eng mit den Landwirtschaftsdirektoraten in den Provinzen kooperiert, um über diesen Weg die lokalen Genossenschaften zu erreichen.

Schulungen für die Dorfgenossenschaften

Das Hauptgewicht der Arbeit liegt eindeutig auf der lokalen Ebene. In Schulungen und Trainings für Mitglieder und Vorstände von Dorfgenossenschaften geht es z. B. um die Funktion, Organisation und Management von Genossenschaften. Zudem wird landwirtschaftliches Fachwissen vermittelt, etwa über Viehhaltung und Forstwirtschaft. Auch die Mitarbeiter von Regionalgenossenschaften und anderen landwirtschaftlichen Institutionen nutzen die Fortbildungsangebote des Projekts. Zudem werden Multiplikatoren ausgebildet, die vor Ort als Berater und Betreuer für die Landwirte bereit stehen. Als Trainer werden häufig Mitarbeiter von Partnerorganisationen eingesetzt, die zuvor on-the-job ausgebildet wurden. In den Schulungen werden genossenschaftliche Prinzipien und Solidarität auch praktisch demonstriert: Jeder muss sich in die Kooperation einbringen – und sei es nur, dass die Bauern auf eigene Kosten zur Schulung anreisen.Das Projekt des DGRV – Deutscher Genossenschafts- und Raiffeisenverband e.V. ist Teil der offiziellen Entwicklungszusammenarbeit zwischen Deutschland und der Türkei und wird vom BMZ voll finanziert.