Genossenschaftliche Gruppe

Die Genossenschaftsgruppe ist die bei Weitem mitgliederstärkste Wirtschaftsorganisation in Deutschland. Mit 20 Millionen Mitgliedern und mehr als 800.000 Mitarbeitern in über 7.500 Genossenschaften sind sie eine treibende Kraft für Wirtschaft und Gesellschaft. Jeder vierte Bundesbürger ist statistisch gesehen Mitglied einer Genossenschaft. Genossenschaften gibt es in vielen verschiedenen Bereichen und Branchen, die in fünf Sparten zusammengefasst werden können: Genossenschaftsbanken, Wohnungsgenossenschaften, Raiffeisen-Genossenschaften, gewerbliche Genossenschaften und Konsumgenossenschaften.  

Wohnungsgenossenschaften

Wohnungsgenossenschaften in Zahlen

Mit ihren rund 2,2 Mio. Wohnungen bieten die rund 2.000 Wohnungsgenossenschaften für mehr als 5 Millionen Menschen bezahlbares und sicheres Wohnen. Der Anteil der Genossenschaftswohnungen am Mietwohnungsbestand in Deutschland von 24 Mio. Mietwohnungen beträgt ca. 10 %.

Rund 2,8 Mio. Menschen sind Mitglieder einer Wohnungsgenossenschaft. Sie haben rund 3,3 Mrd. Euro Geschäftsanteile gezeichnet. 48 Wohnungsgenossenschaften betreiben eine eigene Spareinrichtung, die zusammen über Spareinlagen in Höhe von rund 2 Mrd. Euro verfügen. Das Investitionsvolumen der Wohnungsgenossenschaften beläuft sich derzeit auf rund 3,4 Mrd. Euro pro Jahr. Diese Summe bewirkt vielfältige Folgeinvestitionen und sichert im erheblichen Maße Arbeitsplätze.

Wohnungsgenossenschaften – ein nachhaltiges Geschäftsmodell

Primäres Ziel ihres genossenschaftlichen Förderauftrages ist es, die Mitglieder mit Wohnraum und speziellen Dienstleistungen zu versorgen. Wohnungsgenossenschaften gewähren ihren Mitgliedern lebenslanges Wohnen zu Nutzungsentgelten, die in einem günstigen Verhältnis zur ortsüblichen Vergleichsmiete stehen. Die Mitglieder sind nicht nur Mieter, sondern Kapitalgeber und Bewohner zugleich. Durch diese Identität zwischen Eigentümer und Nutzer sowie durch das gemeinschaftliche Eigentum werden zweckfremde Kapitalinteressen ausgeschlossen. Als Miteigentümer können die Mitglieder Einfluss auf die Entwicklung der Genossenschaft und die Gestaltung der Bestände nehmen und das Leben in den Quartieren mitgestalten. Die Genossenschaften setzen ihre Überschüsse für Instandhaltung und Neubau, Dienstleistungen oder die Verbesserung des Wohnumfeldes ein. Das genossenschaftliche Wohnen ist eine tragende Säule der Wohnraumversorgung. Es ist flexibel wie Miete und sicher wie das Wohnen im Eigentum. Der Erwerb von Geschäftsanteilen bei einer Wohnungsgenossenschaft wirkt in gleicher Weise wie Wohneigentum, das Altersvorsorge ist und die regionale Verbundenheit stärkt.

Vielfältige Leistungen – Mehr als Wohnen

Angesichts zunehmender Mobilitätsanforderungen in der Gesellschaft und einem gleichzeitig steigenden Bedürfnis nach Sicherheit sind die Genossenschaften gut für die Zukunft aufgestellt. Auf die Herausforderungen des demografischen Wandels und die unterschiedlichen Bedürfnisse ihrer Mitglieder reagieren sie mit vielfältigen Angeboten. Diese umfassen zahlreiche Dienstleistungen rund um die Immobilie – betreutes Wohnen für ältere und behinderte Bewohner, Nachbarschaftstreffs, Einkaufshilfen, Mitgliederfeste und auch besondere Wohnungsangebote für junge Mitglieder und Familien. Es gibt beispielsweise spezielle Angebote für junge Familien, die bis zum genossenschaftlichen Kindergarten reichen. Mehrgenerationenwohnen ist ein Wohnmodell, bei dem gemeinschaftliches Wohnen für Jung und Alt gleichermaßen attraktiv ist und Vorteile bringt. Angesichts der sinkenden Alterseinkünfte und der parallel tendenziell steigenden Wohnkosten unterbreiten Wohnungsgenossenschaften ihren Mitgliedern verstärkt Angebote zur Reduzierung der Wohnkosten im Alter.

Auch der Klimawandel und die energetische Sanierung der Wohnungsbestände ist eine große Herausforderung für die Wohnungsgenossenschaften. Um ihre Mitglieder langfristig sicher versorgen zu können und den Heizkostenanstieg zu bremsen, investieren sie zunehmend in die Steigerung der Energieeffizienz und den Einsatz erneuerbarer Energien. Seit 1990 sind bereits rund 61 % der Genossenschaftswohnungen energetisch voll- oder teilmodernisiert worden. Die Wohnungsgenossenschaften sind auch kompetente Partner der Kommunen bei der Quartiers- und Stadtentwicklung sowie beim Stadtumbau. Durch ihre Investitionen zur Aufwertung der Bestände, ihren Beitrag zur Marktbereinigung vor allem in den neuen Ländern, sowie auch durch ihr spezielles Engagement tragen sie zur Stabilisierung und Weiterentwicklung der Quartiere und zur sozialräumlichen Integration in die bestehenden Nachbarschaften bei. Den starken Zulauf, den Wohnungsgenossenschaften erleben, erkennt man auch daran, dass ein verstärktes Interesse an Informationen zur Neugründung besteht. Diese gibt es auf www.wohnungsgenossenschaften-gruenden.de.